„Macht ma‘ Stimmung hier!“

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… feuerte ein*e Gegengradensteher*in die Ultras an und hatte auch ein bißchen recht.

Das Spiel gegen Unterhaching war verdammt wichtig. Es mußten drei Punkte her. Und trotzdem blieb es in der Nordkurve über weiter Strecken zu ruhig. Andererseits gab es auch gute Momente – das „Darum feiern wir“ und der andere Wechselgesang „Aux armes“ krachten jut durch’s KarLi. Einige Schlachtrufe war’n auch laut. Aber bei den Gesängen happerte es teilweise. Es wurde zu kurz und zu leise gesungen. Aber wir woll’n ma‘ nich‘ so viel meckern. Denn sonst müßten wir damit anfangen, daß unser Bericht erst Tage später kommt. Aber eigentlich is’et jut, daß er überhaupt ma‘ wieder kommt…

Die letzten Wochen war’n auch mächtig anstrengend. Ständig gab es was zu organisieren. Zuerst war’s die Tour. Dann mußte unser neues, grandioses Heft fertig werden. Der Bunte Ball und das Ultrash stehen vor der Tür. Und in Osteuropa ging’s auch ordentlich ab. Da kommt mensch vor lauter hin und her sowie nebenfußballsupporten gar nich‘ mehr zum schreiben…

Der vergangene Samstag war deshalb ein schön entspannter Tag – leider auch ein wenig zu laissez-faire in’ner Kurve. Los ging’s aber schon früher. Zusammen mit ’nem ansehnlichen 03nuller*innen-Mob ging’s auf nach Babelsberg. Mit im Gepäck Gäste aus’m fernen Novi Sad, die, wie sich herausstellte, bereits öfter in’ner Nordkurve standen. Am Fanladen angekommen blieb wenig Zeit zum verschnaufen. Wir ha’m noch schnell ’ne Tapete für Aleksej Gaskarov, den am 28. März in Moskau verhafteten Antifaschisten, gemacht, die im Laufe des Spiels gezeigt wurde. Außerdem gab es noch einen ausführlichen und informativen Text zum Thema im Ultra Unfug, der auf indymedia nachgelesen werden kann.

Eine weitere Soli-Tapete, die als gemeinsame Aktion von aktiven Nulldrei- und Sankt Pauli Fans in Babelsberg und Duisburg gezeigt wurde, richtete sich an unsere Freund*innen von Partizan, die am selben Tag ihren ersten Spieltag im Rahmen der 2. Belorussischen Liga hatten. Ihr Freudentag wurde im Vorfeld durch einige unschöne Vorfälle begleitet. So wurden junge Fans des Vereins von einer OMON-Einheit auf dem Weg zum Freundschaftsspiel in Osipovichi in einer Falle gelockt und zusammengeschlagen. Außerdem hat Partizan kurzfristig ihr Ausweichheimstadion aus obskuren Gründen verloren. Wie wir schon bei der Tour gehört haben, gehen die Schwierigkeiten offenbar weiter. Bloß gut, daß der Zusammenhalt innerhalb der Fanszene sowie die Einheit mit Verein und den Aktiven enger den je ist, so daß auch diese Probleme gemeinsam gemeistert werden. Diese Aktion kam in Minsk übrigens sehr gut an. Wieder ma‘ haben wir’s geschafft etwas moralische Unterstützung zu zeigen und den Leuten in Belorus gezeigt, daß sie nich‘ allein sind. Deshalb: Einen großen Dank an das Filmstadt Inferno 1999, Ultrà Sankt Pauli und die anderen Unterstützer*innen!

Aber kommen wir zurück zu Nulldrei und dem Spiel. Obwohl, soviel muß ich nich‘ mehr erwähnen. Is‘ schon alles gesagt und geschrieben. Die Blauweißen ha’m sich ordentlich angesgtrengt. Koc ackert weiter und belohnt sich diesma‘ sogar. Löhe hat sich selbst den Tag versaut. Müller hat im Nachschuß Kreuls‘ erneutes Versagen am Elfmeterpunkt augebügelt. Und Essig hat sich ma‘ ein Herz genommen und einfach abgezog’n. Kann mensch ruhig öfter machen… Also, mit 3:1 und drei schönen Toren konnten drei Punkte eingefah’n werden!

Nach dem Spiel gab’s leider noch ein paar unschöne Szenen. Einige Berlinweit bekannte und in militanten Nazi-Strukturen organisierte Faschos war’n nich‘ nur im Orndungsdienst, sondern griffen nach Feierabend auch noch Babelsberger*innen an. Betroffen war’n vor allem unsere Oldschooler. Erst die Intervention der Nordkurve machte den Typen klar, daß sie im KarLi nix zu suchen haben. Da dies nich‘ der erste Vorfall mit exteren Security-Typen war, gab am Montag auf Betreiben des Fanbeirats eine Aussprache mit Verein und Sicherheitsfirma, die zu dem Ergebnis kam, mit der verantwortlichen externen Firma nich‘ mehr zusammen zu arbeiten und weiterhin sensibel auf die Fanbelange einzugeh’n.

Den Ausklang des Tages bildete das Frühlingsfest von Concordia Nowawes rund um die Datscha. Das war einfach nur pure Entspannung… mehr gibt dazu nich‘ zu sagen. Der Abend wurde dann aber doch länger als geplant. Denn wieder in Berlin angekommen,ging’s noch in die Astrastube…

Und übrigens, Leute. Das Motto für diesen Text, von wegen Stimmung und so, gilt auch wiede am Samstag. Also: Alle um 12 Uhr zum Rathaus Babelsberg! Dann in die Nordkurve! Dort will ich dann keine Hände in’ner Tasche und alle singen seh’n! Los jetz‘ hier!

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