Der Sepp, die Fifa, Frauenfußball und der Tanz

Der Blatter Sepp befindet sich im Wahlkampf. Sein ehemaliger Kompagnon und Wahl-Beauftragter mit spezieller finanzieller Ausstattung Mohamed Bin Hammam macht ihm mächtig da Leben schwer. Da werden schon mal schwere Geschütze aufgefahren. Der Sepp prophezeit dann gerne auch mal das Ende der FIFA, falls der jüngere und mächtig umtriebige Herausforderer gewählt werden würde. Der Verband würde im Chaos untergehen. Vor allem verlöre Sepp aber ein nettes Spielzeug. Da kommt ihm gerade recht, daß dieses Jahr die Frauenfußball WM stattfindet und er sich als großzügiger Macher profilieren kann, der gerne eine Frauenquote für’s Präsidum durchsetzen möchte und sowieso auf Frauen und Fußball steht. Wie genau hat F_in mal wieder ausgegraben.

Nur zu ruppig darf es nicht werden, wie er der dpa mitteilte. Das „kämpferische Element“ darf im Frauenfußball das „tänzerische“ nicht dominieren. Sonst passen die knappen Höschen ja auch nicht mehr, die Blatter schon mal für Fußballerinnen obligatorisch vorschreiben wollte, um den Sport für die Kosmetik- und Modebranche zu öffnen. Die Quotenfrau im Präsidium soll wahrscheinlich auch weniger sportliche Kompetenzen besitzen, sondern eher ästhetisch das „Macho-Gebilde“ FIFA-Präsidium aufwerten.

Die Fußball-WM der Frauen wird dementsprechend sexistisch vermarktet. Es soll die „schönste WM“ werden. Bei Expert werden die deutschen Nationalspielerinnen sogar zu den „schönsten WM Angeboten“ degradiert. Sie können zwar auch Fußball spielen und Tore schießen, aber hübsch aussehen und schminken gehört bei den Fußball-Mädels offenbar dazu. Das sie Angebote sein sollen, ist dabei nur das sexistische I-Tüpfelchen. Echt zum kotzen!

Aber so paßt dann alles zusammen. Der Sepp kuckt im Fußballstadion den Spielerinnen lieber beim tanzen zu und muß sich permanent wundern, warum sie seinen (sexistischen) Wünschen einfach nicht entsprechen wollen. Die Werbung suggeriert ebenfalls, daß Frauen und Fußball zunächst mal ein ästhetisches Erlebnis sind und nicht ein sportliches. Das ist nicht sehr kurios sondern verdammt ärgerlich, um mal die Rubrik von F_in zu zitieren, die derartig widerliche sexistischen Kackscheiße sammelt.

Vielleicht sollte der Sepp an der Veranstaltung der Friedrich Ebert Stiftung zu Rassismus, Homophobie und Sexismus am 8. Juni teilnehmen. Es könnte eventuell kathartisch werden. Und dann klappt’s bestimmt auch mit Frauen und Fußball jenseits der irritierenden tänzerischen Ansprüche.

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